Teuflische Mühle (Czarci Młyn) in Czerniawa Zdrój (Bad Schwarzbach)

Ende des XIX Jahrhunderts war das Dorf Czerniawa Zdrój schon ein Kurort, er zählte fast 300 Einwohner und besaß über 80 Häuser. Am schwarzen Bach erbaute man im Jahre 1890 eine Wassermühle, wahrscheinlich an der Stelle einer alten Mühle, die 1840 erwähnt wurde. Die heutige teuflische Mühle ist in originelle Anlagen und Maschinen ausgestattet, die aus seiner Bauzeit stammen: Mahlgutkammer (zum Kornvormahlen), Schrottmühle, Brecher, Getreidespeicher, Getreideeinschubkorb, Fallrohre, waagerechte Mischanlage, Silos, Sortieranlage und andere Teile, die für Einrichtung der Landwirtschaftsmühlen aus der Wende des XIX und XX Jahrhunderts typisch sind. Zum Antrieb der Anlagen diente ein Wasserrad aus Holz mit Durchmesser 650 cm, dessen Umfangslöffel 50 Liter Volumen hatten. Das Rad befand sich in einem speziellen Raum. Der Antrieb wurde mittels eines Holzgetriebes auf eine Stahlwelle übertragen, die an der Decke befestigt wurde. Die Welle besaß 12 Riemenscheiben mit unterschiedlichem Durchmesser, die den Drehmoment mit Hilfe der Übergabebänder auf bestimmte Maschinen übertragen haben. Zum Bauzeitpunkt war die Mühle sehr modern und vollmechanisiert. Das Getreide wurde in einen Getreideschacht mit Hilfe mechanischer Getreidespeicher zugeführt. Die Anlagen funktionierten bis 1951, als die Achse des Wasserrades beschädigt wurde. Nach sechs Jahren wurde der Wasserantrieb durch einen Elektromotor ersetzt. Bis 1998 erbrachte die Mühle ihre Leistungen und produzierte Mehl. Ein Jahr später baute man in der Mühle einen zusätzlichen hundert Jahre alten Brotofen ein und wurde dort Brot gebacken.
Die teuflische Mühle als touristische Attraktivität stellte im Jahre 2004 sein Eigentümer Adam Pietrasz zur Verfügung. Es sind zwei Räume: ein Zimmer und eine Küche. Außer funktionierenden Mühlanlagen kann man hier eine Buttermaschine, eine Zentrifuge zum Absaugen der Sahne von Milch für Butter, einen Bock zum Schuhabnehmen, eine Handwäscherolle, Bügeleisen, eine Nähmaschine, einen Haspel, eine Petroleumlampe, ein Bett, Trachten, eine Truhe und andere Geräte, die in der Hauswirtschaft unentbehrlich sind. In der Mühle kann man ein Brot essen, das nach altem Rezept aus Sauerteig gebacken wird: ein helles Brot aus Schrottmehl, Beutelbrot aus Schrottmehl und aus Grieß sowie Vollkornbrot.

Das Objekt ist in Czerniawa Zdrój in der Lwówecka Str. 5 gelegen, ist täglich von 10.00 Uhr bis 18.00 geöffnet, Telefon 0757845325
www.swieradowzdroj.pl/Czarci-mlyn/s-151-176
Die Mühle wurde im Register der Dankmalobjekte eingetragen. Der Eigentümer der Mühle macht Begehung durch das Objekt nach telefonischer Absprache. Der Hausherr rät Ihnen: vor Eingang zur Mühle soll man den Löwenkopf anfassen um sich vor dem Teufel zu schützen, sonst streut er Mehl in die Augen und nimmt Brote wegnimmt. Brot bedeutet Sättigung, Glück und Wohlstand. Der Name Teuflische Mühle – nach Wirten – stammt von zwei schwarzen Katzen ,,Teufeln’’ , die aufpassen, dass die Mäuse und Ratten in der Mühle keine Schäden anrichten. Es gab angeblich früher Menge davon. Es gibt auch eine alte Sage, die den Namen der Mühle klärt.
An Stelle der heutigen Mühle funktionierte lange her eine Holzmühle. Ihr Eigentümer war Bożydar (Gottes Geschenk), der dauernd über Not und Mangel an Kunden, Probleme mit Wasser für Mühlenantrieb und allgemein über Glückmangel klagte. Eines Tages erschien bei ihm ein unbekannter, geheimnisvoller und schweigsamer aber tüchtiger Knecht dank dem und seinen Ideen der Müller in kurzer Zeit wohlhabend wurde. Demnächst heiratete er ein schönes Mädchen aus benachbartem Dorf. Je reicher er war um so habgieriger und geiziger wurde er. Er schickte den Knecht fort. Er war in der Ehe nicht glücklich und bekam keinen Nachwuchs. Als seine letzte Stunde kam, ruhte er auf dem Sterbebett, da kam der fortgeschickte Knecht zu ihm und nahm den Müller zu einem Spaziergang mit. Es war der Weg zur Hölle. Erst dann begriff Bożydar (Gottes Geschenk), dass durch die Kraft des Reichwerdens (Bereicherns) der Teufel seine Seele gewann. Nach dem Tode des Müllers wurde sein Eigentum schnell ruiniert und etwas später an Stelle der alten Holzmühle stand eine gemauerte Mühle, die ,,Teuflische Mühle“ genannt wurde.

Bearbeitet von: Andrzej Mateusiak
Übersetzung: Jerzy Kuśnierz

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