Das Sägewerk in Černousy (Tschernhausen) 62

Eine der größten Fabriken in der Umgebung von Černousy wurde von der Holz verarbeitenden Firma Christoph und Unmack errichtet, die im Jahr 1882 in Kodaň gegründet wurde. Diese hatte sich auf den Bau von mobilen Konstruktionen nach dem Patent des dänischen Rittmeisters Doecker spezialisiert. Das Werk wurde im Jahr 1882 in das schlesische Nisla überführt. Im Jahr 1891 wurde beim Handelsgericht in Liberec (Reichenberg) die Produktion in der Ortschaft Boleslav bei Černousy eingetragen. Nach einem Brand im Jahr 1914 wurde ein größeres Produktionsareal in Černousy errichtet, in der Nähe der Bahnstrecke. Hier erlebte die Firma ihren größten wirtschaftlichen Aufschwung. Während des Ersten Weltkriegs wurden von der Fabrik Holzbaracken als Unterkünfte für das Militär geliefert. In den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde das Produktionsprogramm um den Bau von Eisenbahnwaggons erweitert. Im Zeitraum von 1926 bis 1928 wurden hier Holzhäuser

 

nach dem Entwurf des Architekten Conrad Wachsmann produziert. In einem von diesen Holzhäusern wohnte in Caputh bei Berlin auch Albert Einstein. Des Weiteren wurden von der Firma auch Bauten von Albin Müller oder Henry van der Velde ausgeführt. Nach den Krisenjahren im 20. Jahrhundert erhöhte sich im Jahr 1938 das Produktionsvolumen unter dem Einfluss der Vorbereitungen auf den bevorstehenden Krieg wieder. Während des Kriegs wurden die Holzbarackenbauten vor allem an viele Arbeitslager geliefert. Die ursprüngliche Anlage der Firma Christoph und Unmack wurde im Jahr 1951 bei einem Brand vernichtet. Danach wurden der Betrieb und die Gebäude für die Produktion von Baumaterial rekonstruiert, wobei man sich vor allem auf die Herstellung von Zementprodukten und Platten konzentrierte. Derzeit liegt der Focus in der Produktion von Faserzementplatten.

Bearbeitet von: OHK v Jablonci nad Nisou
Übersetzung: EDUCA – vzdělávací centrum, s.r.o., Jablonec nad Nisou

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